Mittwoch, 27. August 2008

Gene Boyd - Thought Of You

Manchmal lohnt sich der Wahnsinn: Suchen, Wachbleiben, Netz-Shops- und Blogs-Durchwühlen, bestellen, runterladen, anhören, löschen oder beigeistert sein. Und das alles mindestens bis zum Morgengrauen! Neulich ist mir dann dieser wundervoll-trunkene Disco-Schwoof vor die Finger gefallen. Genau das Tempo, zu dem ich abzuheben pflege und eine grandios delirierende Gesangsart, die für mich der Gipfel der Kunst darstellt: singen und gleichzeitig aufhören zu singen! Wie man auf dem Labelsticker sehen kann, wurde die Platte in Muscle Shoals/Alabama aufgenommen. Es wäre interessant zu erfahren, ob auch in dem berühmten Muscle Shoals-Studio?

Mittwoch, 13. August 2008

It's Got Me Jumpin'


Taana Gardner - Work That Body, 1979

Sonntag, 27. Juli 2008

Madvillain - All Caps

Die besten Rap-Songs aller Zeiten - Teil 3


Samstag, 26. Juli 2008

Immerschwimmende Wolken

Wie „immerschwimmende Wolken werden wir glänzend emporgehoben leichter thauichter Art vom schwerbrausenden Vater Ocean auf die baumgezierten Gipfel hoher Berge, damit wir die fernerscheinenden Warten erblicken, und die Früchte, und das heilige bewässerte Land, und das Rauschen der göttlichen Flüße und das rauschende schwerschallende Meer. Denn das Auge des Aethers glänzt unermüdlich in lichten Strahlen; wir aber schütteln den finstern Regen ab und betrachten in unsterblicher Schönheit mit weitaussehendem Blick die Erde.“

Wilhelm Heinse - Aufzeichnungen II, München 2003, S. 77

Dienstag, 22. Juli 2008

Sonntag, 20. Juli 2008

Erschöpfung

„Alle Kräfte ins Spiel bringen, die Anlage erschöpfen. Nichts darf Reservat und unbewegt bleiben. Man lebt nur einmal. Erst wo die Dinge sich erschöpfen, beginnt die Wirklichkeit.“

Hugo Ball, Die Flucht aus der Zeit, Zürich 1992, S. 209

Samstag, 19. Juli 2008

Durch den Monsun…

Mit einem Satz wie „seit Wochen war die Stadt in einen heimlichen aber dauerhaften Regen getaucht“, gewinnt man sicherlich keinen Bachmannn-Preis. Auch die Hoffnung auf Auszeichnungen mit weniger hohem Ansehen sollte man aufgeben, wenn einem so etwas einfällt. Pseudopoetische Fehlleistungen dieser Kategorie suchen mich aber gelegentlich nun einmal heim. Zum Beispiel heute morgen gegen elf Uhr beim Öffnen des Fensters meines Schlafraumes. Angesichts des monsunartigen Gewichts über den nassen Dächern des Ortes kann ich nichts anderes denken außer träge Perioden, die eine ähnlich schwerfällige und uninspirierte Bewegtheit mitteilen, wie das geistlose Schwanken in den Bäumen vor meinem Fenster. Es ist nämlich seit Tagen schon so, als würde ein übertrieben sorgsamer Liebhaber meiner Heimatstadt aus einer gigantischen Sprühflasche immer und immer wieder einen gutgemeinten feuchten Segen über Straßen, Menschen, Tiere und Häuser versenden, so wie ein Pflanzenliebhaber im Wochentakt den Staub von seinen Wohnzimmer-Gummibäumen sprüht. Es ist ein nur benetzender Regen, der mir wenig erfrischend in den Nacken fällt, wenn ich an irgendeiner Straßenecke gedankenlos den Kopf senke. Durch ihn ist der Wohnort „bis an's Ende der Zeit“ staubfrei. Doch in diesem Augenblick ist es wieder da, das sinnlose Labsal für die undurstige Stadt!

Donnerstag, 17. Juli 2008

Knistervinyl of the week

Vinyl, CD, MP3? Der Vorteil einer Vinylplatte ist zumindest, daß sich der Lebenszyklus jedes einzelnen Tonträgers unwillkürlich (unbewußt?) als Spur in ihn einzuzeichnen vermag…oder so ähnlich. Knistervinyl verfügt jedenfalls über einen besonderen Reiz, der etwas mit dem Realzeitgefühl des Anhörens der Musik zu tun hat. Im besten Plattenladen diesseits des Ärmelkanals stieß ich neulich auf ein übriggebliebenes und ziemlich verknistertes Exemplar einer atemberaubend schönen Vinylplatte. Sie ist/war das Produkt der Zusammenarbeit zwischen der französischen Sängerin Brigitte Fontaine und dem Komponisten und Schauspieler Areski Belkacem. Würde ich sagen, die Musik sei chansonartig, wäre das nicht ganz korrekt, denn die Lieder klingen bisweilen sehr troubadouresk, auch wenn ich nicht genau weiß, wie sich die Musik der Troubadoure angehört haben mag. Am schönsten sind jedenfalls die Songs auf dem Album, in denen Brigitte Fontaine mit halbsekündiger Verzögerung aus dem Hintergrund die jeweils von Areski gesungene Verszeile echoartig wiederholt. Diese Wiederholungen sind wie das Vinylknistern: sie erinnern an die unauflösliche Präsenz musikalischer Augenblicke: „fort – da“, „geh' nicht wieder!“ Auf Brigitte Fontaine angesprochen, antwortete übrigens neulich eine dem ein oder anderen meiner Leser bekannte französische Immigrantin sehr spontan: „…sie ist ein bisschen verrückt – oder?“