Samstag, 7. Juni 2008

Schlechte Nachrichten

„In den unverhüllt hervortretenden Abneigungen und Abstoßungen gegen nahestehende Fremde können wir den Ausdruck einer Selbstliebe, eines Narzißmus, erkennen, der seine Selbstbehauptung anstrebt und sich so benimmt, als ob das Vorkommen einer Abweichung von seinen individuellen Ausbildungen eine Kritik derselben und eine Aufforderung, sie umzugestalten, mit sich brächte. Warum sich eine so große Empfindlichkeit gerade auf diese Einzelheiten der Differenzierung geworfen haben sollte, wissen wir nicht; es ist aber unverkennbar, daß sich in diesem Verhalten der Menschen eine Haßbereitschaft, eine Aggressivität kundgibt, deren Herkunft unbekannt ist, und der man einen elementaren Charakter zusprechen möchte.“

S. Freud, Massenpsychologie und Ich-Analyse, GW XIII, S. 111

Mittwoch, 4. Juni 2008

Nachgeben

„Man gibt zuerst in Worten nach und dann allmählich auch in der Sache.“

S. Freud, Massenpsychologie und Ich-Analyse, GW XIII, London 1940, S. 99

Dienstag, 20. Mai 2008

Found A Cure

YouTube hat auf mich eine ähnliche Wirkung wie Alkohol. Denn YouTube verschafft mir zum Beispiel genau jenes leicht sentimentalische Wohlbehagen, dass bei geselligen Gelagen gelegentlich wehmütige Rückblicke auf längst vergangene und wahrscheinlich sehr goldene Zeiten hervorrufen. Und nicht nur das. Ich bekomme von beiden Dingen selten genug. Und dem exzessiven Genuß des einen oder des anderen folgen in der Regel auch noch sehr unangenehme Gewissens-Nöte und Scham-Attacken. Angenehm ist jedoch, dass man die Resultate einzelner Übel durch den Genuß des jeweils anderen erfolgreich mildern kann. Der sentimentalische Schauer, den mir die Versenkung in Videoclips von Ashford & Simpson und Diana Ross vorgestern einflössten, führte jedenfalls zu einer spontanen Heilung von moralischen Katersymptomen jeglicher Art.




Ashford & Simpson, Found A Cure (1979)


Diana Ross & Michael Jackson, Upside Down (1980)

Sonntag, 18. Mai 2008

Herr des süßen Hauches

„Das Volk aber hatte, hörte Joseph, einen anderen Namen für ihn, einen zarten und zärtlichen. ‚Neb-nef-nezem‘ hieß es ihn, ‚Herr des süßen Hauches‘ - es war nicht mit Bestimmtheit zu sagen, warum. Vielleicht weil bekannt war, daß er die Blumen liebte seines Gartens und gern sein Näschen in ihrem Duft begrub.“

Thomas Mann, Joseph der Ernährer, Frankfurt 2004, S. 95

Donnerstag, 15. Mai 2008

Qui c'est, le patron?


Diana Ross, The Boss (live)

Dienstag, 11. März 2008

Wortketten

„Die Schönheit geschwungener Wortketten dominiert; aber sie peitschen ein Nichts. Nur unser Wille, Distanz zu errichten, wird neu und beachtenswert sein.“
Hugo Ball, Die Flucht aus der Zeit, Zürich 1992, S. 159

Sonntag, 9. März 2008

Das letzte Glas...

...oh je, mein 'letztes Glas' war gestern leider mal wieder ein Glas zuviel.

Kannst Du es fühlen?

In zwei Wochen ist Larry Heard hier in der Nähe. Er spielt an einem Samstag in Amsterdam und hätte am Freitag davor noch einen Abend Zeit, wie ich gehört habe. Leider gibt es wohl niemanden, den das wirkich interessiert. Larry Heard hat also am Freitag in zwei Wochen frei und es ist sehr schade, dass es kein Booking für ihn gibt. Denn Larry Heard hat nicht nur vor etwas mehr als zwanzig Jahren den schönsten und berühmtesten Housetrack überhaupt aufgenommen. Er hat mit dem Songtitel auch noch das Motto für zwei Dekaden Discosubkultur formuliert. Der elementare Gedächtnisverlust dieses ganzen Zirkusses kann einen schon zur Verzweiflung bringen.